Krimidinner – wie läuft das ab?

Wenn du noch nie ein Krimidinner gespielt hast, wirst du Fragen zum Ablauf des Spiels haben. Du wirst dich fragen, wie man einen Kriminalfall zuhause inszenieren soll und welche Regeln für so ein Spiel gelten. Diese Unklarheiten werden in diesem Artikel beantwortet.

Ziele und Regeln des Spiels

Bei einem Krimidinner Spiel geht es darum, einen Kriminalfall zu lösen. Alle Figuren der Geschichte werden dabei von dir und deinen Mitspielern übernommen. In den meisten Fällen wurde jemand ermordet und ihr sollt den Mörder und dessen Motiv ermitteln. Nicht die Rolle des Opfers, aber sehr wohl die des Täters wird von einem Mitspieler übernommen. Dieser erfährt entweder direkt zu Beginn oder erst im Laufe des Spiels, dass er der Täter ist. Seine Aufgabe ist das gesamte Spiel über, unentdeckt zu bleiben.

Die Geschichte des Krimidinners ist dabei detailliert durch verschiedene Spielhefte vorgegeben. Von diesen Spielheften gibt es zwei Arten: Im Ereignisheft findet sich die Spielanleitung sowie die Vorgeschichte, die jeder Spieler vor dem Spiel kennen sollte.

Dann gibt es noch das Rollenheft. Im Rollenheft einer Figur steht genau drin, zu welcher Uhrzeit sie was wo gemacht oder gesehen hat. Es gibt demnach so viele Rollenhefte, wie es Mitspieler gibt. Dieses Rollenheft darf ausschließlich von demjenigen gelesen werden, der die Rolle übernommen hat. Als Spieler müsst ihr euch strickt an die Fakten halten, die euch durch die Rollenhefte vorgegeben werden. Ausschmückungen, die nicht den Ablauf der Geschichte betreffen, dürfen improvisiert werden, sollten aber im Rahmen bleiben. (Ansonsten könnte es dazu führen, dass bestimmte Motive im Unklaren bleiben oder Fakten nicht näher erfragt werden.)

Von dieser Regel ausgenommen ist die Figur des Täters: er darf als einziger in der Runde Fakten verschweigen und Lügen erzählen.

Der Ablauf des Krimidinner Spiels in 3 Phasen

Das Krimidinner Spiel läuft stets in drei Phasen ab:

  1. Die Vorbereitungsphase
  2. die Spielphase
  3. die Aufklärungsphase

Diese Phasen kommen in jedem Krimidinner vor. Die Phasen 1 und 3 nehmen zusammen etwa 20 % der Spielzeit ein. Auf der zweiten Spielphase liegt somit das Hauptaugenmerk.

Phase 1: die Vorbereitung

Die Vorbereitungsphase dient dazu, alle Spieler in den Abend einzuführen. Den Neulingen wird also erst einmal erklärt, was sie erwartet und wie gespielt wird. Sobald jedem der Ablauf des Krimidinners klar ist, wird die Vorgeschichte vorgetragen.

Die Geschichte des Kriminalfalls existiert bereits und ist in den Spielheften niedergeschrieben. Die Geschichte umfasst:

  1. die Vorgeschichte
  2. die Geschehnisse kurz vor der Tat
  3. die Entdeckung der Tat
  4. die Zeit nach der Tat: die Ermittlung

Die Punkte 1, 3 und 4 werden jeden Mitspieler bereits in der Vorbereitungsphase mitgeteilt. Die Vorgeschichte findet sich im Spielmaterial und wird in der Regel vom Gastgeber vorgelesen. Sie beinhaltet Hintergrundinformationen über die Beziehungen der Figuren untereinander, aber es wird auch geklärt, warum sich alle Anwesenden vor der Tat zusammengefunden haben. Der Anlass könnte etwa eine Geburtstagsfeier, eine Klassentreffen oder eine Firmenfeier sein.

Danach wird geschildert, wie die Tat entdeckt wurde. Dies wird in der Regel von demjenigen wiedergegeben, der die Tat entdeckt hat.

Und zu guter Letzt wird kurz angesprochen, warum in der Zeit nach der Tat sich alle nun zusammengefunden haben, um den Schuldigen zu finden. Meistens ist der situative Rahmen so angelegt, dass man gerade die Zeit überbrücken möchte, bis die Polizei eintrifft. Hier wird häufig eine Beschuldigung einer Figur vorgegeben, die den Stein ins Rollen bringen soll.

Phase 2: enthülle alle Geheimnisse und finde den Schuldige

In der Spielphase geht es dann darum, die Geschehnisse kurz vor der Tat zu ermitteln. Die Informationen dazu erhält jede Rolle über ihr persönliches Rollenheft. Durch gezielte Fragen an andere Mitspieler gilt es nun, die Geschehnisse kurz vor der Tat zu rekonstruieren und dabei den Mörder auf die Pelle zu rücken.

Typische Fragen an andere Mitspieler sind zum Beispiel:

  • Was hast du in dieser Zeit gemacht?
  • Wer hat den Toten zuletzt lebendig gesehen?
  • Hast du von dem Testament gewusst?
  • Warum hast du den Weg über den Korridor genommen und bist nicht wie die anderen durch den Garten gegangen?
  • Worüber habt ihr euch so lautstark gestritten?
  • Warum war er sauer auf dich?

Durch diese Fragen kommen nach und nach Informationen über mögliche Motive ans Tageslicht. Man ermittelt so aber auch Gelegenheiten, die sich dem Mörder für seine Tat boten. Dieser muss nun möglichst originell diese Lücke durch eine Lüge kaschieren – etwa, in dem er vorgibt, ganz wo anders gewesen zu sein.

Die Spielphase teilt sich wiederum in mehrere (meist drei) Spielrunden auf. Zu jeder Spielrunde dürfen sich die Spieler neue Informationen zur Geschichte durchlesen. Diese Runden folgen dabei einer zeitliche Logik. Es werden also nicht neue Informationen über eine bereits besprochene Uhrzeit gegeben, sondern zu einem neuen Moment vor der Tat. Die Runden können chronologisch ablaufen, also z. B. 18 – 19 Uhr, 20 Uhr – 21 Uhr, 21 – 22 Uhr. Sie können aber auch chronologisch rückwärts oder chaotisch angeordnet sein.

Das Beenden einer Spielrunde geschieht spontan. Es gibt keine Regel, die eine Rundendauer von 3 Stunden verbieten würde. In der Regel geht aber jede Spielrunde etwa eine Stunde. Das Ende ist erreicht, sobald sich Fragen doppeln und keine neuen Informationen mehr ans Tageslicht treten. Sollte jemand noch viel zu berichten haben, wird er sich bei der Nachfrage „Wollen wir zur nächsten Runde übergehen“ vermutlich melden.

Phase 3: Die Aufklärungsphase

Die Aufklärungsphase beginnt damit, dass jeder Anwesende einen Tipp über den Täter abgibt. Dies sollte aufgeschrieben werden, damit sich niemand von den Erklärungen der anderen beeinflussen lassen kann. Nun benennt jeder seinen Hauptverdächtigen und gibt eine kurze Erklärung dazu ab.

Im Anschluss daran wird die Aufklärung des Falls vom Gastgeber vorgetragen. Hierin werden alle Fakten der gesamte Zeit vor der Tat zusammengetragen und Stück für Stück der Tathergang, der Täter und sein Motiv enthüllt. Damit ist das Spiel beendet.

Zusammenfassung

Im Krimidinner geht es darum, eine Rolle in einen fiktiven, vorgeschriebenen Kriminalfall zu übernehmen. Das Spiel gliedert sich in 3 Phasen: in der Vorbereitungsphase wird die Vorgeschichte des Kriminalfalls vorgetragen. In der Spielphase wird versucht, mit gezielten Fragen die Zeit vor der Tat zu rekonstruieren und den Mörder und sein Motiv zu bestimmen. In der letzten Phase benennen alle ihren Hauptverdächtigen. Dann wird der Fall durch Vorlesen des Lösungsteils aufgelöst. Während des Spiels dürfen Informationen zurückgehalten werden, lügen ist aber nicht erlaubt. Ist man der Täter, darf man lügen und sollte den Verdacht von sich auf andere lenken.